Da wir noch einige Tage Zeit haben, bis zu unserer nächsten gebuchten Tour, wollen wir kleinere Wanderungen machen. Wir raffen uns mühsam auf und starten zu einen drei stündigen Spaziergang . Zwar müssen wir circa 400 Höhenmeter überwinden, aber wir in gemütlichem Tempo kann man trotzdem den Sonnenschein genießen. Der fantastischen Ausblick auf den Wanaka Lake belohnt uns, als wir oben ankommen. So macht wandern Spaß, nicht zu heiß aber schön warm und sonnig und mit nur wenigen “high clouds” am Himmel.
Zurück am Auto beschließen wir zum Startpunkt der morgigen Wanderung zu fahren um dort zu übernachten. Also fahren wir die knapp 40 Kilometer über Schotterstraße durch unzählige kleinere Furten und über viele so genannte “Cattle Stops” (Das sind so Eisengitter im Boden über die das Vieh nicht laufen kann). Die Kühe und Schafe bestaunen uns neugierig und gehen dann dem Auto träge aus dem Weg. Wir machen es uns im Auto bequem und freuen uns, dass wir den starken Wind und aufgezogenen Regen nicht im Zelt aushalten müssen. Nancy, die normalerweise im Zelt schläft erhält heute Asyl und wir teilen unsere 2m x 1.4m mit ihr.
Mit der Nase im Wind geparkt ist es an der Heckklappe einigermaßen windstill und ich koche eine Curry-Würstchen-Gulasch mit Spaghetti. Ich werde zwar ein klein wenig nass, aber das ist schon ok so; schließlich will ich ja die Natur erleben.
Als wir am nächsten Morgen die Augen und Ohren aufmachen, regnet es wieder mal wie aus Eimern. Mir kommt das Warnschild vom Vorabend in den Sinn. Sinngemäß hieß es: “Achtung, wenn sie diesen Weg weiterfahren kommen sie nach starkem Regen möglicherweise nicht mehr zurück.” Der Grund ist einfach: bei starkem Regen schwellen die Bäche zu ausgewachsenen Flüssen an und man kann die Furt mit dem Auto nicht mehr durchqueren. Aber erst mal habe ich Hunger und Kaffeedurst. Also Regenjacke und Regenhose angezogen und am Heck in unserer Miniküche das Frühstück vorbereiten. Das ist das wirksamste Mittel um Nicole und Nancy wiederzubeleben. Bei diesem Wetter steht ja schließlich keiner gerne auf. Während des Frühstücks beratschlagen wir, ob wir nun wandern gehen oder ob wir unseren Plan ändern sollen. Die ganze Wanderung heißt Rob Roy Glacier Lookout und wir würden nur wegen des Ausblicks erneut 400 Höhenmeter in Kauf nehmen. Am Ende beschließen wir nicht zu gehen, das Risiko hier draußen stecken zu bleiben ist uns zu hoch und die Chance tatsächlich einen Blick auf den Gletscher zu erhaschen erscheint uns zu klein.
Wir fahren also den ganzen Weg nach Wanaka wieder zurück und laufen etwas deprimiert durch das kleine Städtchen. Bei einem Cappuccino beratschlagen wir die weiteren Pläne: Zur Wahl stehen Indoor-Klettern und die Puzzling World, die irgendwas mit Labyrinth zu tun hat. Wir entscheiden uns aus Bequemlichkeit für letztere und machen uns auf den Weg. Nachdem wir den Eintritt bezahlt haben stellen wir überrascht fest, dass das Labyrinth sich im Freien befindet. Im strömenden Regen verlieren Nicole und Nancy schnell die Lust an dem schwierigen Irregarten und nehmen den Notausgang in Richtung trockene Halle und zur zweiten Attraktion, dem Illusion Room. Ich habe jedoch in dem Irrgarten einen Heidenspaß und habe eine knappe Stunde später triefend nass den Ausgang gefunden.
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Zum Ausklang des Tages fahren wir Richtung Westküste. Zunächst geht dir Fahrt an den großen Seen entlang bis die Straße in den Regenwald führt. Da es noch immer regnet sind die Berghänge von unglaublich vielen Wasserfällen durchzogen und ich halte immer mal wieder an um zu staunen oder Fotos zu machen. Auch der Fluss, an dem wir entlang fahren fesselt mich. Diese Wassermengen sind einfach unglaublich.
Schließlich erreichen wir die Siedlung Haast an der Westküste und suchen uns einen Campingplatz mit richtiger Küche. Weiterfahren war nicht möglich, da die Straße zum Fox Gletscher gesperrt ist, wie wir auf dem Campingplatz später erfahren, wahrscheinlich wegen Überflutung oder Erdrutschen. Hoffentlich ist die Straße morgen wieder auf…
Wow das gestitchte Bild ist echt klasse 🙂
Hallo David, hallo Nicole,
Die Berichte sind sehr schön ausgestaltet und aufbereitet, die Natur ja wunderschön. Trefft Ihr auch Leute, andere Touristen, Neuseeländer?
Gruß Papa