Die drei Fragezeichen und die Löweninsel

Gestern ist uns schmerzlich aufgefallen, dass wir a) nur noch sehr wenig Zeit auf der Südinsel haben und b) noch so viel Vorhaben und c) die Fähre am 22. schon geht. Nun kann man nicht alles vereinen bzw. manchmal muss sich die Welt leider an meine Wünsche anpassen. Deshalb haben wir die Fähre umgebucht, wir setzen jetzt Heiligabend über. Ab dann sind wir auf der Nordinsel und lassen die Südinsulaner in Ruhe. Bis dahin liegen noch zwei Nationalparks auf dem Weg. Nationalpark Nummer eins: Abel Tasman. Wir halten in der Touriinfo und ich lasse mich beraten, was man so tolles machen kann. Ein Angebot erfüllte sofort meine Forderung nach Abenteuern, Tieren und etwas anderem als Wandern. Heute waren wir also gegen 8:30 an der Aqua Taxi Sammelstelle und der Bootsanhänger wurde mit uns drinnen von einem alten Ford Traktor ins Wasser gezogen. Witzigerweise ist der wirklich mit reingefahren, denn mit dem Luftfilter obendran kann er bei niedrigem Wasserstand ziemlich weit rein. Der Strand ist garnicht tief. Sieht von vorne anders aus. Dann gehts mit dem Boot zu einem abgelegenem Strand. Dort kriegen wir eine Kanueinweisung und paddeln los. Mitten ins Naturschutzgebiet und zu den Seelöwen. Die paddeln direkt neben unserem Boot und haben gerade Junge. Bilder gibts keine, denn die Kamera und mein Handy sind sicher verstaut in der Bootstrockenkiste. Wir paddeln bis ca. 1 Uhr mit den Seekajaks und so manche Welle spritze um uns herum. Das ist wirklich was anders mit dem Kajak auf See. Aber es lohnt sich, denn die kleinen Miniseelöwen watscheln am Strand herum und quicken. Ob sie stinken kann ich nicht sagen, wenn wird ihr Geruch von den erwachsenen Seelöwen überdeckt.

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Mittagessen haben wir mitgebucht. Es gibt Sandwich und Strandkaffee. Aber der Hammer ist der Karottenkuchen. Für mich passt das ja nicht, Gemüse und Kuchen. Kuchen sowieso schon nicht. Aber der ist lecker. Jetzt haben wir genug gepaddelt und wir wandern den Track zurück. Der ist ziemlich schick. Über Stock und Stein einen geschwungenen Pfad über dem Strand lang. Mittendrin kann man abkürzen, denn bei Ebbe ist der Weg zwischen den Inseln viel kürzer. Leider regnet es wie sau, das Wasser zieht sich nur sehr langsam zurück und wir entscheiden uns den langen Weg zu gehen. Aus der Ferne sehen wir immer wieder Menschen durch die Priele des neuseeländischen Wattenmeeres waten. Wir bleiben trocken, zumindest untenrum und nach ca. 12 km erreichen wir eine Hütte unter der am Strand die Wassertaxis warten. Dann gehts zurück.

Wir fahren abends noch in Richtung Nelson und erreichen den Tahuna Beach Holiday Park. Heute wird gewaschen, ich sag nur Seelöwe. Essen hab ich zur Abwechslung mal nicht fotografiert, aber David hat Rührei gezaubert.

Jetzt schreib ich noch etwas anders, off topic. Die Neuseeländer und –innen gehen grundsätzlich – zumindest meiner Beobachtung nach – in kurzen Hosen mit hochgezogenen Socken wandern. Ich glaube, dass liegt daran, dass es immer warm und kalt gleichzeitig ist. Die Sonne scheint und es zieht, es regnet, aber warm, die Sonne scheint und ich hab kalte Füße.

David möchte noch zu Protokoll geben, dass er braun geworden ist. Ich sage dazu nichts, denn gegen meine frisch-geduschten und deshalb wirklich braunen Arme kann er nicht anstinken. Apropo stinken, wir gehen jetzt mal nach der Wäsche schauen.

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